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Geschichte einer konstitutionellen Monarchie : oder Geschichte Frankreichs unter Louis Philipp b.i. 1830-1848 : nach den besten Werken und authentischen Aktenstücken / dargestellt von Simon Kaiser
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hätte, ohne aber dadurch die Pforte gegen Rußland hinzudrängen.In diesem Augenblicke entwickelten sich dann die verschiedenen An-V-rschi-. sichten, wie dem Kampfe ein Ende zu machen sei. Die Regierun-sung^der Europa's selbst waren noch wenig geneigt, den Knoten zuTrage, lösen; England und Rußland drangen besonders auf die Erhaltungdes alten Zustandes und auf das Zurückweichen der ägyptischenTruppen. Frankreich hatte die schon erwähnte besondere Absichtauf Begünstigung Ali's, ohne dadurch die Pforte zu schwächen,ein Widerspruch, der auch hinlänglich aufgedeckt wurde. Interessantist es zu bemerken, wie sich die Theorien beim Stillschweigen derRegierungen thätig zeigten und als Ausgangspunkt die Theilungdes türkischen Reiches im Auge hatten. Wir wollen besonderszwei hier hervorheben: die Lamartine's und die L. Blanc's, wiesie Letzterer in seiner Geschichte der 10 Jahre entwickelt, besondersda heutzutage die Frage noch eine schwebende ist. Ersterer willdie Schutzherrschaft Rußlands in Konstanttnopel, die Englands inAegypten und die Frankreichs in Syrien. Letzterer geht viel küh-ner, aber auch viel unbegreiflicher zu Werke. Er vergißt die That-sachen der neuern Geschichte, will Rußland zum BundesgenossenFrankreichs machen und England, gegen das er einen unerklärbarenHaß beständig an den Tag legt, verstoßen. Er klagt über dieVerträge von Wien von 1815 , die nach Willkür Europa unterdie Herrscher getheilt haben, nimmt aber dagegen zu ähnlicherTheilung Zuflucht, wobei besonders Frankreich besser begünstigtwerden soll. Er nimmt die alte Politik Richelieu's 'und Napo-leon's, die auf die Zerstörung des Hauses Habsburg gerichtet ist,auf, und ergeht sich dann in folgenden Schlußfolgerungen. Esist eigentlich nur England, dem an der Erhaltung des osmanischenReiches gelegen ist; sowohl Rußland als Frankreich haben andereInteressen. Rußland nimmt Konstantinopel mit den übrigen tür-kischen Besitzungen in Europa, Frankreich die Nordküste Afrika's,Aegypten und Syrien. Um aber dem Czar jene Besitzungen ein-zuräumen, muß er Frankreich das linke Rheinufer nehmen lassen,und Preußen dafür auf Kosten Oestreichs, dem Galizien abge-