185
nommen, Italien für unabhängig erklärt wird, entschädigen. UmRußland seine Besitzungen im Osten zu sichern, hat es die Wie-derherstellung Polens als einer befreundeten Macht vonnöthen.An der Zerstückelung Oestreichs sei dem Czaren nichts gelegen,wenn er nur im Besitze Konstantinopels sei. Wir wollen auf dieseBrüderschaft zwischen Rußland und Frankreich nicht weiter ein-gehen , können aber nicht umhin, einige Bemerkungen zu machen.Wäre es, wenn man wirklich kosmopolitischen Sinn hat, nicht ge-eigneter, allenthalben Freiheit zu gründen, als dieselbe in der Herr-schaft eines Einzigen über die andern aufgehen zu lassen? Ist dasdie von demselben Schriftsteller verheißene Bruderliebe: HerrschaftFrankreichs und des Czaren über Europa? Von der Freiheit desMannes ist keine Rede, weit weniger noch von der Freiheit derVölker. — Was ist ferner jene Schutzmachtschaft Lamartine's?Wäre es nicht der Sache angemessener, ein Reich, das nicht be-stehen kann, zerfallen zu lassen, um die in selbem lebenden Völkerherrschen zu lassen, ohne Schutz, weder von Rußland noch vonirgend einer andern Macht, Rußland die Macht über die Wallacheiund Moldau nehmen und diese Staaten unabhängig erklären, deß-gletchen Serbien, die Türken zusammenzudrängen und auch sie ma-chen zu lassen; — ebenso die Staaten Asiens und Afrika's und vonihnen nichts zu verlangen als die Beobachtung der völkerrechtlichenBestimmungen? Ferne von fremdem Schutze und fremder Einmi-schung würden sich die Länder selbst zu helfen wissen; Europa würdenicht versäumen, sie zu bevölkern, und Zivilisation und Thätigkeitwürden ohne Englands, ohne Frankreichs, ohne Rußlands Schutzbestehen. Ihre Unabhängigkeit wüßten sie bald zu behaupten; dasBand der Konföderation würde, wenn es nöthig wäre, vereinen,und anstatt der Herrschaft fremder Mächte hätte man die Herrschaftder Völker über sich selbst und über das Gebiet, das die Völkervon Natur ihr eigen nennen können. Da liegt Freiheit der Völ-ker, Freiheit der Meere, Freiheit des Handels und des Austau-sches aller nöthigen Verkehrsmittel. Die Entwicklung des geistigen