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Dieses Vorwort soll meinen Lesern den allgemeinen Be-weggrund andeuten, der mich bestimmte, in schon etwasvorgerückten Jahren zum dritten Male den Kanal zukreuzen.
Zwei Wege konnten mich zu meinem Ziele sichren; dereine lag durch la Kelle kiauev und dessen Hauptstadt, derandere war die Wasserstraße des Rheines. Ich hatte früherschon die Reize des ReisenS im schönen Frankreich sattsamgekostet, die Lomkorts der schmutzigen Diligencen dergeries roz'i,!^ mit ihrer exquisiten Reisegesellschaft und denschlecht unterhaltenen Straßen des europäischen Musterlandeshinreichend kennen gelernt, wie auch genug gelitten von derspezifischen Langenweile, welche man in den öden französischenProvinzialstädten, diesen armseligen Reflexen von PariS, cm-pfindet, als daß ich nur einen Augenblick in der Wahl meinesWeges hätte schwanken können.
An einem Samstag Morgen im Monat August sagte ichden Meinigen Lebewohl. Wie verschieden sind doch die Ge-fühle, mit denen der Junggesell aus seinem gewöhnlichenKreise scheidet, von den Empstlldungen, welche das Gemüthdes Vaters und Gatten bewegen im Augenblicke seiner Tren-nung von dem, waS ihm am theuersten auf Erden ist. Jenerist »Mltt» 8Ui» 8KVUM porlans, dieser läßt einen Theil von sichselbst zurück. Ich mußte mich anstrengen, als ich den lieben,noch schlafenden Kleinen den Abschiedükuß aufdrückte undder Hausfrau daS letzte Wort sagte, um einen zu starkenAusdruck meiner Gefühle zurückzuhalten. Ich schäme michindessen nicht, zu bekennen, daß meine Augen nicht trockenblieben, als die »Stadt Straßburg", an deren Bord ich michbefand, in die nördliche Richtung deS Stromes eintretend,