5
mir dcn Anblick des von der Brücke flatternden Sacktuchesder Gattin entzog.
Die Reisegesellschaft war im Verhältniß zu den winzigenDimensionen deS Dampsbootes sehr zahlreich, so, daß mansich kaum bewegen konnte. Sie bestand zum großen Theilaus Engländern und Engländerinnen, die nach vollendeterSchweizerrcise wieder die Heimat suchten; auch fehlte esnicht an Leuten, die man ehemals Musterkartenreitcr nannte;ja selbst die interessante Klasse der deutschen Handwerks-bursche war rcpräsentirt. Malerisch kann man den Wasserwegzwischen Basel und Straßburg nicht nennen; denn hat maneinmal dcn sogenannten „Jsteiner Klotz" umfahren, so theiltsich der Fluß in viele Arme, welche langweilig aussehende,mit Weiden bewachsene Inseln umfließen; der Jura wirddem Blick entzogen und Schwarzwald und Vogesen sind zusehr von den Ufern entfernt, als daß jene diese heben könn-ten. Bisweilen wird der Fluß so seicht, daß die nur wenigeFuße ziehenden Boote den Boden schürfen, bei niedrigemWafferstande sogar aufsitzen. Von eigentlicher Gefahr istjedoch nie die Rede, denn im schlimmsten Falle können dieReisenden immer mit Leichtigkeit das eine oder andere Ufererreichen. Wie unvollkommen in mancher Beziehung auchdermalen die Dampfschifffahrt zwischen Basel und Straßburgnoch ist, so muß sie doch für das reisende Publikum alsGewinn betrachtet werden; da man durch dieselbe nun insechs Stunden von ersterer in letztere Stadt gelangen kann,während die Landreise 14 Stunden erfordert. Die Eilwagenauf dem rechten Rheinufer haben daher in den Dampfbootcnsehr gefährliche Nebenbuhler gefunden und eS werden wohldie Badcnscr genöthigt sein, ihre hohen Posttaxcn herabzu-