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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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banität sei. Mehrere Reisende an Bord unsres Schiffes/namentlich einige Frauen/ führten über die ihnen in Straß,bürg gewordene Behandlung von Seite der dortigen Douanebittere Klagen.

Wenn Regierungen an der Ehre und dem Rufe derihnen untergebenen Länder etwas liegen kann/ so scheint mir/ müßten sie streng darauf halten / daß deren Dieneran den Grenzen ihrer Gebiete den eintretenden Fremdenmit Artigkeit begegnen und letzteren die Erfüllung zweck-loser Formalitäten erspart werde/ denn nichts bringt einenüblern Eindruck hervor/ alü überflüssige Polizei, und Mauth.quälereien. Häufig haben diese allerdings weniger in Vor.schriften als in der Wichligthuerei und Quälsucht der Hand-langer der öffentlichen Gewalt ihren Grund.

AlS die Sonne schon längst unter den Horizont gesunken warund dicke Dunkelheit das breite Rheinthal bedeckte / langten wirwohlbehalten in Mannheim an. Wie wenig anstrengend auchdie Waffcrreisen an und für sich sind/ so ermüden sie michdoch mehr/ als die zu Wagen und immer betrete ich dahermit einem ganz eigenen Vergnügen wieder daS Land. Anstattin einen der von den Gastwirthen zur Beschlagnahme derReisenden an den Landungsplatz abgeschickten Wagen zusteigen/ ging ich zu Fuß in die Stadt/ in der Absicht/ inden von mir als Student vor vielen Jahren besuchten»Weinberg« zu gehen. Dank sei eS aber der verzweifeltenRegelmäßigkeit der Straßen Mannheims / ich konnte meinenWeinberg nicht finden und sah mich gezwungen/ mein Obdach/ich glaube im Gasthofe der Russen oder Preußen/ zu suchen/wo ich/ da es schon etwas spät war/ mit einem frugalenNachtessen vorlieb nehmen/ nichtsdestoweniger aber für ein