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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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19
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der Mensch nur phantasiren- aber nicht mehr denken nndreflektiern könne. Da nun angenommen werden müsse/ daßdie meisten deutschen Philosophen rauchen und dieß nament-lich thun, während sie schreiben, so erkläre sich sehr genügend,warum der Inhalt der Mehrzahl ihrer Werke so nebelhaft,so unbestimmt und für die übrige Welt vollkommen unver-stündlich sei. In Bezug auf einen Metaphvfikcr, der voneinem gewissen deutschen Land, ja der von sich selbst, als derInbegriff aller philosophischen und anderer Weisheit, alsder moderne Christus ausgegeben ward, drückten meine Damensogar den Verdacht aus, daß derselbe von Zeit zu Zeit Opiumgenascht habe, denn die meisten Ansichten dieses Mannes seienzu überschwenglicher Natur, zu sehr am ok t1>« vsy okevmmon sei,««;, als daß man nicht glauben müßte, dieselbenwären in einer Art von Delirium und völliger Vernnnfts-abwesenheit produzirt worden. Man kann sich leicht denken,daß ich den ganzen Vorrath meiner Geduld aufbieten mußte,um durch dergleichen Aeußerungen mich nicht leidenschaftlichreizen zu lassen und meine Gegenbemerkungen im Tone desAnstandeS zu halten. Der Umstand, daß solche unbegründe-ten Urtheile nicht von Männern gefällt wurden und die Rück-sicht, daß Fremde die Tiefe unserer Sprache unmöglich zuerfassen vermögen, trugen wesentlich dazu bei, daß meinpatriotisches Blut sich nicht erhitzte. Als Lord . . . späterdie Nasen der Schiffsgesellschaft mit dem aromatischen Dampfeeines Knasters erster Qualität so reichlich regalirtc, konnteich mir das Vergnügen nicht versagen, meine schönen Eng-länderinnen zu fragen, ob feine Herrlichkeit in Großbritannienlvohl auch als 6ontloman gelte.

Noch muß ich einige Worte über eine Person sagen, die