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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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cher andern fürstlichen Gärten. Noch jetzt thut eS mir leid/auch nur ein Wort in der Absicht gesagt zu habe»/ den un-historischen Glauben meiner Damen zu erschüttern; ich hoffeindessen/ derselbe stehe heutigen Tages noch so fest/ wievoriges Jahr.

Da ich die Rheinufer von Mainz biö Köln 14 Jahrelang nicht gesehen hatte/ so war ich sehr begierig, eine Ver-gleichung zwischen den Zuständen von Damals und denenvon Jetzt anzustellen. Sie fiel in der That nicht zum Nach-theil der Gegenwart aus; überall mußte der oberflächlichsteBlick bedeutende Zunahme des Wohlstandes wahrnehmen,überall Verschönerung und Fortschritt bemerken. Um wieviel freundlicher ist Mainz, ist Koblenz, sind Bonn und Kölngeworden seit dem Jahre 1825 . Letztere Stadt machte beimeinem ersten Besuch eben nicht den freundlichsten Eindruckauf mich; sie erschien mir finster, schmutzig und etwas zer-fallen; wesentlich zu ihrem Beßcrn verändert fand ich sie jetzt.Viele Straßen haben ein lichtes Aussehen gewonnen, diefrüher düster und dunkel waren; öffentliche Plätze fand ichda, wo vor wenigen Jahren noch ein Labyrinth kothigcrGäßchen stand, reiche und zierliche Waarenlager, wo früherarmselige Buden das Auge beleidigten; und wie die meistenHäuser ei» freundlicheres Gewand angezogen hatten, so schienmir auch die Masse der Menschen besser gekleidet zu sein.Kurz die wohlthätigen Folgen eines langen Friedens, ver-mehrten Verkehres und einer sorglichen Verwaltung tratenmir an allen Ecken entgegen.

Die Rheinländer sollten dem Himmel täglich auf denKnieen danken, daß er in seiner Gnade sie wieder in denVerband mit Deutschland geführt und vom Joche des Fran-