32
welchen der Himmel ein Menschenkind beglücken kann. Wirkamen bald auf Düsseldorfs Geschichte zu sprechen/ von der/wie er mir sagte/ er seit den letzten fünfzig Jahren Augen-zeuge gewesen ist. In wenigen Züge» voll Anschaulichkeitund Humor entwarf er ein Gemälde von Theodors Herrschaftan bis auf die letzten Tage herab/ und wie billig und rechtprieö er seine Jugendzeit als die schönste und herrlichste;war er Baierns Oberherrlichkeit günstiger, als der Preußi-schen, lobte er die Vergangenheit auf Kosten der Gegenwart.Ach vor fünfzig Jahren, wie sah es da in Düsseldorf aus,welch Leben war da, rief mein Wirth am Schlüsse seinerErzählung! Wie herrlich war doch Düsseldorf in den vier-ziger Jahren, werden die Düsseldorfer Philister, die jetztnoch auf den Schulbänken sitzen, im neunten Jahrzehnt diesesJahrhunderts sagen, wenn anders um jene Zeit die Weltnoch nicht untergegangen sein wird! Angenehme Jugend-eindrücke sind von unzerstörbarer Dauer und gegen sie gehal-ten erscheinen die glänzendsten Erlebnisse des reifern Altersmalt und unbedeutend.
Schon hatte die Schiffsglocke den Reisenden daö zweiteZeichen zum Aufbruche gegeben und noch waren wir inlebhaftem Gespräch begriffen. Mit Bedauern trennte ichmich nun von dem liebenswürdigen Greis und versprach ihmunter Händedruck, bei meinem nächsten Besuch in Düsseldorfihn nicht zu übergehen, welche Zusage ich gewiß auch haltenwerde.
Eben als ich mich zu Schiff begab, ertönte Kirchweih-Jubel vom jenseitigen Rhcinufer herüber; Schiffchen nachSchiffchen sah man bei Fackelschein abstoßen, voll singenderund musicirendcr Leute und der ganze Zug steuerte unserem