eS nicht gerathen/ um Mitternacht einen Streit >»it einemi'iok-pocliet anzufangen und sich der Unannehmlichkeit aus-zusehen/ den nächsten Morgen seinen Namen gedruckt in denPolizeibcrichten der Zeitungen zu lesen. Welche Praxiswelches Handgeschick und welche Geistesgegenwart gehörtdazu/ um auf offener/ hellbcleuchtcter Straße/ außer allemGedränge/ und im Angesicht von Polizeidiencrn selbst/ denInhalt einer fremden Tasche zu leere»/ ohne auf der Thatertappt zu werde». Ein solcher Taschendieb muß jedenfallsan Geschicklichkeit den gewandtesten Taschenspieler bei weitemübertreffen.
Unter den wenigen Tagen/ die mir noch vor meinerAbreise nach Birmingham übrig waren/ befand sich einSonntag. Bekanntlich läßt sich nun mit diesem in Londonwenig anfangen/ wenn man nicht etwa Lust hat/ einige hoch-kirchlichen oder Dissenterpredigten anzuhören. Ich zog esvor/ daS liebliche Greeuwich wieder zu besuchen und setztemich schon Morgens früh/ d. h. um loUhr Vormittags/ aufdie Eisenbahn/ auf welcher man den zwei Stunden langenWeg in 10 Minuten zurücklegt und für diese Fahrt nur24 Kreuzer zu bezahlen hat. Der Greenwicher Schienenwegist einzig in seiner Art. Da er großentheils durch bewohnteQuartiere läuft/ so mußte er/ um den Verkehr nicht zuhemmen/ in die Höhe gebaut und über ein aus lauter Bogenbestehendes Viadukt geführt werden. Die Bahn ist mit an-dern Worten auf einer fünf Meilen langen Brücke angelegt/deren Rücken eben so hoch ist/ als die zu beiden Seiten lie-genden Wohnungen. Mit der Schnelligkeit des Vogelflugesüber ein Häusermecr hinwegzufahrcn/ ist gewiß eine pikanteSache; ich wenigstens habe nie ein so eigenthümliches