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Schauspiel gesehen/ als dasjenige/ welches eine Fahrt aufder Greenwicher Bahn bietet und ich konnte nicht umhin/die Kühnheit deS britischen Unternehmungsgeistes in einemWerke zu bewundern/ dessen Ausführung wahrscheinlich injedem andern Lande für unmöglich gehalten worden wäre.Wie kurz die Bahn auch ist, so muß sie doch ungeheureSummen gekostet und namentlich viele Millionen Backsteineverschlungen haben, da das Ganze aus diesem Material zu-sammengesetzt ist. Die Zahl der Personen/ welche dieseFahrgelegenheit täglich benützt/ ist zwar sehr bedeutend; manversicherte mich jedoch/ daß das Unternehmen eine gänzlichverfehlte Speculation sei und die Aktionäre nichts wenigerals glänzende Dividenden zu vertheilen hätten.
Obgleich in der Regel der Sonntag von den Engländernmit einer fast jüdischen Strenge gefeiert wird und AuSfiügean diesem Tage für unpassend, ja bei Vielen für sündhaftgelten, so scheint eS doch, daß sich nicht alle Leute purita-nischen Vorschriften unterwerfen. An dem Sonntag wenig-stens, an dem ich nach Greenwich fuhr, schien sich halbLondon an diesen Ort begeben zu wollen, sowohl zu Schiffalö zu Wagen und wie man mir sagte, findet daS gleichean jedem schönen Sonntag statt. Alle Viertelstunde fährtein Wagenzug auf der Eisenbahn ab, eben so oft verläßtein Dampfschiff L>oixinn-l>ri6xo und in der Regel sind beidemit Menschen überfüllt. In Greenwich angekommen, säumteich nicht, meine Schritte nach dem dortigen Park zu richtenund schon traf ich dort Hunderte von Gruppen auf demschönen Rasen und unter uralten Eichen zu einem Imbißgelagert. Man sah es diesen Menschen an, wie wohl undbehaglich sie sich darüber fühlten, dem betäubenden Geräusch
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