Buch 
Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
Entstehung
Seite
68
JPEG-Download
 

und der dicke» Luft der Hauptstadt für einige Stunden ent-rönnen zu sein. Die meisten derselben hatten wohl schonMonate lang nur die unerquickliche Atmosphäre ihrer enge»Straße eingesogen, das holde Sonnenlicht nicht erblickt-keinen grünen Baum gesehen; wer hätte es daher diesenMenschen verübeln wollen/ wenn sie eS einmal vorzogen/mit ihren Familien/ anstatt in die Kirche zu gehen/ sich indie freie Natur zu stüchten und reine Luft einzuathmen.

Natürlich gehören die am Sonntag in Greenwich Lust-wandelnden nicht der höher» Gesellschaft an; sie sind demgrößer» Theile nach Iraäos-pooplo, d. h. Leute/ die sichvon einem Gewerbe nähren. Nichtsdestoweniger sind diesel-ben durchgängig so gut gekleidet und haben ein so anstän-diges Aussehen/ daß man sie für etwas Vornehmeres haltenmöchte. Nicht selten sieht man unter dieser Klaffe schöneLeute und namentlich allerliebste Kinder/ deren frische Ge-sichtchen nicht vermuthen lassen/ daß sie fortwährend inSteinkohlendampf gehüllt sind. Mehr als einmal lagerteich mich in der Nähe von Kindergruppen/ um sie genauerbeobachten und Vergleichungen zwischen der englischen undheimatlichen Jugendwelt anstellen zu können; denn ich willeS aufrichtig gestehen/ daß ich ein großer Kinderfreund binund mich nichts mehr und inniger ergötzt/ als Zeuge ihresTreibens und ihrer Freuden zu sein. Auch that es meinemHerzen wohl/ bei dieser Gelegenheit das liebevolle Wesender englischen Mütter gegen ihre Kleinen zu sehe»/ und diezärtlichen Ausdrücke: llear, M7 lovo, llarlinx, M)-

Mio man ote. klangen lieblicher/ als Musik in meinenOhren und versetzten mich im Geiste zurück in die Heimatzu Weib und Kind. Mehr alS einmal vernahm ich/ wenn