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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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von Reisenden aufgestellte Behauptung keinen Grund habe,gemäß welcher nämlich die Sitte, sich solche Sammlungenvon Porzcllanvasen in Eßzimmern zu hatten und auf diesel-ben von Seite des Wirthes vor der Uebersiedelung derMänner in den ro»w aufmerksam gemacht zu wer-

den, in England gänzlich außer Gebrauch gekommen sei.ES mag auf dem Feftlande wohl die Ansicht walten, der-gleichen Kabinett in einem Eßsaale aufgestellt, beurkunde,ten einen eben nicht ganz geläuterten, ästhetischen Geschmack;nach meiner unmaßgeblichen Meinung läßt sich aber dieZweckmäßigkeit solcher Sammlungen durchaus nicht in Ab-rede stellen, wie jeder bezeugen wird, der sich ein Urtheilauö eigener Erfahrung hat bilden können.

Die Frühe oder Späte der Tagesstunde beraubte uns desVergnügens, die Damen des Hauses beim Thee zu sehenund die Herren mußten daher daö warme Getränk ohneweibliche Gesellschaft zu sich nehmen. Die stattlich hohe,schön gewölbte und an den Eßsaal anstoßende Halle dienteuns als Unterhgltungssaal und während wir den köstlichstenMokka oder den duftigsten Hauson schlürften, betrachtetenwir die schönen Kunstschätze, welche Peel an diesem Orteaufgestellt hat. Vor allen herrlichen Dingen zog eine vonChantrn verfertigte Marmorbüste Walter Scott's meine Auf.merksamkeit auf sich und ich konnte des Anblicks dieses vor.trefflichen Kunstwerkes nicht satt werden. Nach dem Urtheilederer, welche das Glück hatten, den unnachahmlichen Schot-ten persönlich zu kennen, ist das ftagliche Bild ohne allenVergleich nicht nur das ähnlichste, das wir von ihm besitzen,sondern es gibt uns auch die ganze geistige und licbcns.würdige Persönlichkeit dcS großen Schriftstellers in so weit' 9 *