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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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144
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Gewölbe von schnell aufeinander folgendem, donnerartigcmKrachen und Rollen. Man glaubte, die Grundfesten derErde wären in Bebung begriffen, sie auf dem Punkte, ausihren Fugen zu weichen und als nahte eine geologischeKatastrophe heran, die unö Laien und Gelehrte in die Ein-geweide der Gebirge vergraben sollte, um nachweislichenvergleichenden Anatomen einigen Stoff zu liefern für diegenauere Bestimmung der Organisation adamitischer Ge-schöpfe. Es war aber der kleine Mensch nur, der diesengroßen Lärm machte; am hintersten Ende der Höhle wurdenungeheure KalkfelSmassen durch Pulver gesprengt, um derGesellschaft begreiflich zu machen, auf welchem Wege die6-lverns entstanden und schon Millionen von Wurfelfußcndes Gesteines dem Schooße der Erde entrissen worden sind.

Während die Bevorzugteren der Höhlenbesucher behaglichauf ihren Booten in das Innere des Gebirges drangen undallein das Ganze deS feenartigcn Schauspieles zu überblickenim Stande waren, mußte die Menge durch die höher gele-genen Gänge und Pfade sich winden und schieben, aber ebendadurch selbst zur malerischen Belebung der Scene wesent-lich beitragen. Da der Boden der cingehauenen Gallerienbisweilen breit und etwas abschüssig ist, so konnten wirvon unsern Schiffchen aus die darauf sich bewegenden Massenvollständig überschauen und fortrücken, auch die wunderlich,ften Gruppen in der mannigfaltigsten Beleuchtung sich bildenund wieder auflösen sehen. Bald erschienen der Menschen Ge-sichrer in dem grausig rothen Samielslichte; bald glaubte manneben und vor sich hin einen geisterhaften Leichenhaufen zuerblicken, bedächtigen Schrittes in die Unterwelt wandelnd:so blaß und fahl sahen die Leute von ihren steinernen Höhen