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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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154
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schaft ein Geistliche»', so liegt diesem die Vorrichtung dieserAndachtSübung ob und sind deren Mehrere vorhanden, sowird die Zeremonie von demjenigen vollzogen, der den höhernhierarchischen Rang einnimmt. So waren z. B. bei Peeldie Herren Peaeock und Buckland anwesend, beide dem geist-liehen Stande airgchörig; da nun jener Dean von Ely ist,dieser nur Kanonikus, so hatte Peaeock zu beten; bei LordD. aber Buckland, als erster anwesender Geistlicher. Wennsonst auch die Engländer in ihren Kirchen lange Gebete an-zuhören haben, so sind die von ihnen vor und nach Tischgesprochenen dagegen äußerst kurz und bestehen nur auöwenigen Worten. ES ließen sich an diese und die vorer-wähnte Sitte manche Bemerkung anknüpfen, wir wollen sieaber unsere Leser in diesem Falle selbst machen lassen.

Ein glücklicher Zufall machte mich zum Tischnachbar derLady ...., Tochter deö LordeS ...., einer der schönstenweiblichen Gestalten, die ich je gesehen. Ob ich gleich niesehr menschenscheu war, noch eS jetzt bin; ich überhauptkeinerlei Art von Gegenwart sehr stark auf mich einwirkenlasse und mir der Verkehr mit sehr verschiedenen Menschenbeiderlei Geschlechtes unschwer fällt; so machte mich jedochvon jeher das unverhoffte Begegnen einer großen Schönheitetwas verlegen, ja ich bin mehr als einmal in meinem Lebenüber dem plötzlichen und unerwarteten Anblick eines schönenWeibes wirklich erschrocken. Worin ein solcher sonderbarerEindruck seinen Grund hat, dieß anzugeben überlasse ichdem Psychologen; bemerken muß ich indessen doch, daß derfragliche Schrecken ein anderer ist, als derjenige, den hexen-artige Gestalten manchmal uns verursachen. GlücklicherWeise ist aber bei mir die heftige Gemüthsbewegung nur