wollte es Geschöpfen, so stiesmütterlich von der Natur aus,gestattet, verübeln, wen» dieselben eS versuchen, ihre Blöße»durch ein im Grunde unschuldiges Mittel zu decken, undvorziehen, eher für ungesellig zu gelten, als für geist- undbildungSloS? Immer sind sie dann noch erträglicher, alsdiejenigen ihrer Mitschweftern, welche bei angestammter Be-schränktheit geistreich, unterhaltend, ja sogar tonangebendsein wollen. Frauenzimmer der letzten Art werden von ge-bildeten Männern nicht nur alS eine bloße Last, sondernals eine wirkliche Plage jeder Gesellschaft betrachtet undderen Unterhaltung natürlich eher geflohen als gesucht.
Da ich mir nun einmal die Freiheit genommen, vomHundertsten auf das Tausendste zu kommen und mich wenigoder gar nicht um logische Anordnung meines Stoffes zubekümmern, so will ich hier ein Kapitel behandeln oder viel-mehr nur berühren, dessen Gegenstand für die Männer nichtohne Interesse ist und der vielleicht auch von meinen Lese-rinnen nicht alS ein ganz gleichgültiger betrachtet wird.Ich meine das Kapitel über die englischen Frauen.
Wer je den britischen Boden betreten und dahin einige»Geschmack gebracht hat, dem mußte der erste auf die Insu-laner geworfene Blick zeigen, daß dieselben ein kräftigesund wohlgebautes Geschlecht sind und die Zahl der weib-lichen Schönheiten sehr groß ist. Bei meinem ersten Besuchein England schien es mir, als ob die Schönheit der dortigenWeiber die allgemeinste Regel und das Gegentheil eine höchstseltene Ausnahme sei. Fünfzehn Jahre später, obwohl meinAuge etwas kritischer geworden war, konnte ich nicht um-hin, wieder von den vielen schönen Gestalten, die ich unterallen Klassen des Landes wahrnahm, überrascht zu werden