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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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161
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IVI

Gebrauch von dem wohlthätigen Elemente des Wassers ge-macht/ als in Großbritannien. Bäder werden viel häufiger/als bei uns genommen und jedes nur etwas ordentlich be-schaffene HauS enthält die hiezu nöthigen Einrichtungen.Waschungen/ die Bädern gleich kommen/ finden täglich mch-rcre statt: des Morgens/ vor dem Mittagessen und nichtselten auch noch vor Schlafengehen. Mit der Leibwäschegeht man ebenfalls sehr verschwenderisch um/ und täglicheinmal dieselbe zu wechseln/ ist nichts weniger/ als daSausschließliche Vorrecht der Reichen. Auch die übrige Kör-pcrbcdcckung wird auf daö Reinlichste gehalten und in keinemandern Lande ist wohl die Mehrzahl der Bevölkerung so gutund bequem gekleidet/ als eben wieder in England. Diewohlhabenderen Klassen wechseln ihren Anzug wenigstenseinmal im Tage/ indem die Sitte es gebieterisch verlangt/daß das Mittagsmahl nicht in dem Geschäftskleid/ sondernin dem besten Gewand eingenommen werde. Das Innereder Wohnungen entspricht vollkommen der reinen Haltungdes Körpers und namentlich in Wohn- und Schlafstubentrifft man immer reine und gesunde Luft/ was theilweisedem durch die Kamine veranlaßten Luftwechsel beizumcssen ist.

Daö englische Volk liebt die Bewegung in freier Luft.Nirgends in der zivilistrtcn Welt wird daher wohl mehrgeritten/ gefahren / gegangen/ als jenseits des Kanals. Schondie kleine und der junge Uasiei-, kaum der Kinderstubeentlassen/ setzt steh auf das behende pon«^ und galopirtStundenlang umher. Die nicht ganz sechsjährige Tochtereines meiner Freunde sah ich ganz allein auf einem solchenThiere mit der größten Sicherheit durch die schnell sichkrümmenden Pfade des Parkes im gestreckten Trabe reiten,

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