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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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194
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mögen. Die Quäker namentlich sind in Birmingham zahl.reich und stehen auch hier, wie überall, ihrer hohen Recht,lichkeit und Zuverläßigkeit im GeschäftSleben wegen in Ansehenund Achtung. Viele derselben, wie wenig dieß auch mit ihrenmnstischen Grundsätzen übereinstimmen mag, fangen in neue.rer Zeit an, mit naturwissenschaftlichen Studien sich zubeschäftige» und bereits haben einige »Freunde" einen be.deutenden Ruf als Naturforscher sich erworben, wie dieNamen eines Dalto» und Philipps bezeugen. Man sagt derjünger» Generation der Quäker nach, daß sie nicht mehr sostreng an den Satzungen ihrer Väter halte und einige Welt.liebe von ihrem Herzen Besitz genommen habe. In der Thatbegegnet man nicht selten jungen Quäkern, die sich zwarnoch als solche aus ihrer Kleidung erkennen lassen, denenman es aber doch auf den ersten Blick ansieht, daß ihnendiese Welt und deren Formen nicht mehr so ganz gleich,gültig sind. Der Schnitt und die Farbe ihrer Röcke, sowiedie Größe und Gestalt ihrer Hüte nähern sich bisweilen sosehr der herrschenden Mode, daß sie leicht mit gewöhnlichenWeltkindern verwechselt werden könnten. Und auch manchejugendliche Quäkern, zeigt in ihrer Toilette eine Sorgsam,keit, welche oft nicht sehr weit entfernt zu liegen scheintvon dem Bestreben: sich dieser Welt wenigstens in der Be-kleidungsweisc gleich zu stellen; waS übrigens nichts schadet,da der ächt quäkerische weibliche Anzug keineswegs geschmack.voll ist und eine schöne Gestalt eher verdirbt als hebt.

Daß es heutigen Tages Unitarier in Birmingham gibt,kann nicht auffallen, da dieselben schon im vorigen Jahr.hundert in dieser Stadt einheimisch waren. Wie ich inEngland aus zuverlässiger Quelle vernommen, ist diese Seete