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jetzt in einer ziemlich raschen Zunahme begriffen und gehöre»ihr auf den britischen Inseln mehr Leute, namentlich aus,» gebildeten Ständen an, als gewöhnlich angenommen wird.Obgleich die Orthodoxen der StaatSkirche und die Mitglie.der der meisten andern Seeten auf die Unitarier alö aufarge Ketzer und gefährliche Freidenker herabsehen und diesevon jenen kaum anders betrachtet werden, als ein ZüricherGlaubcnsmann den fürchterlichen Doctor David Strauß ausLudwigSburg ansieht, so sind dieselben doch äußerst frommeLeute. Sie feiern den Sonntag beinahe eben so streng, als einschottischer Puritaner; gehen fleißig in ihre Kirchen; hörendort Predigten an, denen ein biblischer Text zu Grundeliegt; lesen in der heiligen Schrift und unterscheiden sichüberhaupt in ihrer religiösen Ansicht kaum von Denen, welchein Deutschland z. B. im besten und unbescholtensten Rufeder Nechtgläubigkeit stehen. Ihre einzige Ketzerei scheintdarin zu bestehen, daß sie in Christus zwar den Welthcilandverehren, ihn aber nicht alö die Gottheit selbst anbeten.*)Ich habe unter den Unitarier» Männer und Frauenkennen gelernt von einer Vortrefflichkeit der Gesinnung,einem Adel des KarakterS, einer Reinheit des Wandels undeiner werkthätigen Menschenliebe, wie diese Tugenden nichtimmer bei Leuten anzutreffen sind, die auf ihre Rechtgläu-bigkeit gar viel sich zu Gute thun und fast von nichts An-derem, als von ihren ächt christlichen Grundsätzen zu redenwissen.
') Im Jahre 179s fanden bekanntlich in Birminaham Auflaufe Statt, beiwelchen der dortiae rechtgläubige Pöbel seine Wuth gegen die unitarierauslieh und mehrere ihrer Versammlungshäuser niederbrannte, unter an-dern auch dasjenige, in welchem der berühmte Priestle» van , 7 so bis > 7 »,alS Geistlicher in Wirksamkeit stand.
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