nicht als eine Gunst anzusehen, sondern als ein Recht anzu-sprechen.
Wenn ich mich nicht täusche, belauft sich die durchschnitt-liche Summe, welche die Unterhaltung der englischen Armenjährlich erheischt, ungefähr eben so hoch, alö die gesammteStaatseinnahme der preußischen Monarchie. Diese Verbindlich-keit lastet daher schwer auf dem Lande und drückt namentlichLeute von mäßigem Vermögen oft sehr peinlich. Ich kanntez. B. in einem kleinen Städtchen der Grafschaft Surreyeinen sogenannten Stationsr (Schreibmaterialicnhändler), derein kleines Hauö besaß und welcher auf dasselbe nicht wenigerals zwanzig Pfund an Armentaxe zu meiner Zeit zu bezahlenhatte. Natürlich ändert sich die Größe dieser Beiträge nachUmständen ab und richtet sie sich namentlich auch nach denjeder Graf. und Ortschaft eigenthümlichen Verhältnissen.In Birmingham betrug die Armensteuer im Jahre 1700,Pfd. 664; 1790, Pfd. 16036; 1818, Psd. 61928 ; 1833Pfd. 66040 und 1836, Pfd. 46132; Summen, welche selbstfür eine so gewcrbfleißige und große Stadt keinesweges un-bedeutend genannt werden dürfen.
Wenn nun diese Taxen auch äußerst lästig sind und nichtin Abrede gestellt werden kann, daß das englische Armen-wesen überhaupt an sehr großen Mängeln leidet; so läßtsich doch nicht leugnen, daß das Ganze auf einem sehr hu-manen Grundsätze ruhet und bis auf einen gewissen Gradwenigstens die Ucbelstände wieder beseitigt, welche an diedortigen so ziemlich groben Mißverhältnisse im Besitzständegeknüpft sind.
Unter den vielen irrigen Meinungen, welche auf demFeftlande über englische Verhältnisse herrschen, gehört un-