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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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ganze Grafschaft ist in der That ein wahres Eden; die üppig,ften Waldparthieen wechseln mir den graöreichsten Triften,die fruchtbarsten Gefilde mit den herrlichsten Parken. Einer

der schönsten Landsitze, A.p, befindet steh ganz in der

Nähe von A.... CaStle und wurden von mir einigeNachmittagsstunden dazu verwendet, um unter dem gütigen

Geleite meines edlen Wirthes diese Mr. N. ungehörige

Besitzung in Augenschein zu nehmen.

Ich glaube kaum, daß irgend ein deutscher Fürst sichrühmen darf, Eigenthümer eines Landgutes zu sein, das

auch nur entfernt mit demjenigen des einfachen Mr. N.

verglichen werden könnte. Daö gerühmteste, waö ichvon Besitzungen dieser Art in Deutschland oder sonstwo ge-

sehen, ist ärmlich zu nennen im Verhältniß zu A.p, das

selbst in dem an herrlichen Landsitzen so überreichen Englandeine ausgezeichnete Stelle einnimmt. Die riesenhaftestenEichen und Buchen, die größten Sycamore und Eiben, dieherrlichsten wilden Kastanienbäume und Linden, Buschwerkund Gesträuch der mannigfaltigsten Art in die malerischstenGruppen vereinigt, begegnen dem Auge, wohin es seinenBlick auch wenden mag und bedecken den mit einem dickenSammt deö frischesten Rasens überzogenen Boden. GanzeHeerden leichtfüßiger Rehe und zierlicher Damhirsche tum.meln sich munter in diesen dunkeln Hainen umher und weidenin aller Sicherheit auf den langhingestreckten grünen Grün-den; auch nistet und haust behaglich eine Welt des gefiedertenGeschlechtes in den Wipfeln und dem Laubwerk der Bäume,sicher vor jedem Angriff muthwilliger Knaben und dem tödt.liehen Rohre des Jägers. Inmitten deS waldigten Parkessteht auf sanfter Erhöhung das stattliche Haus deö SguireS,