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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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da leichten Zutritt, wohin in der Regel kein Fremder seineFüße setzt. ES kann hier nicht die Rede davon sein, selbstauch nur die allgemeinste Schilderung von den beschautenHerrlichkeiten zu geben; so viel will ich aber doch meinenLesern sagen, daß ich auf diesen Ausflügen die Ueberzeugunggewonnen habe, daß derjenige, welcher auch alle Handels-,Fabrik- und Hafenstädte Großbritanniens gesehen, nichtaber daS Innere des Landes, nicht die Wohn- und Lebens-weise der Engländer auf ihren Landsitzen kennen gelernt hat,nur einen unvollkommenen Begriff von den Vorzügen undEigenthümlichkeiten Englands besitzt.

Wenn dieses Land nun in den herrlichsten Garten umge-wandelt und mit Schönheiten überdeckt ist, die wir vergeb-lich in den von der Natur am reichsten bedachten Gegendensuchen, so rührt dieser Vorzug gewiß hauptsächlich von derlobenSwürdigen Sitte der reichern Briten her: einen großenTheil deS Jahrcö auf dem Lande zuzubringen und sich dasLeben dort so freundlich und angenehm als möglich zumachen.

Jedes Landhaus ist ein kleiner Mittelpunkt der Kulturund übt schon durch daS, waü die Franzosen »aotion <leprvsonco« nennen, einen zivilisirenden Einfluß aus die un-mittelbare Umgebung aus. Der Farmer sieht in dem Man-sionhouse seines Gutsherrn ein Muster von bequemer, rein-licher und zweckmäßiger Einrichtung. Und was ist nunnatürlicher, als daß er dasselbe im Kleinen nachzuahmenund seine Wohnung so niedlich und komfortable als möglichzu machen sucht. Wie die Villa seines Landlordes inmittenfrischer Rasenflächen, schöner Baumgruppen und herrlicherBlumengärten steht, so verwendet auch er einige Ruthen