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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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222
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Landes zu einem gi-os^plol und umgibt sei» Häuschen mirRosengehegcn, Jasmin und anderem Blumen, und Laub-werk. Versteht sich von selbst, daß daS vom Gutsherrngegebene Beispiel auch noch über dir Grenzen seiner Besitzunghinaus wirkt und in seinen minder wohlhäbigen NachbarenNacheiferung erregt.

Da nun England mit Noblemen's und Gentlemen'S Sitzenso zu sagen übersäet ist, so begreift sich leicht, wie das ganzeLand im Laufe von Jahrhunderten den Grad von Anmuth,Niedlichkeit und Ordnung erlangen konnte, durch welchenes sich jetzt so sehr vor allen andern Theilen Europa's aus.zeichnet.

In der Vorliebe, welche die Engländer zum Landlebenzeigen, liegt ohne Zweifel auch ein Hauptgrund, weßhalbihr Land bis jetzt von jener unnatürlichen Zentralisationverschont geblieben ist, deren sich Frankreich zwar als einesgroßen Glückes rühmt, welche aber dasselbe mit jedem Jahrelangweiliger und uninteressanter macht und in ihm baldjede Spur von provinzieller Eigenthümlichkeit vernichtethaben wird.

Obgleich in London noch ganz andere Interessen, als inder französischen Hauptstadt sich conzentriren, so übt jenesdoch einen viel kleinern Einfluß auf die socialen und politischenVerhältnisse der Insel aus, als der ist, den sich Paris überFrankreich anmaßt und anmaßen darf. Was die Londonerwollen oder nicht wollen; was ihnen gefällt oder mißfällt;was sie loben oder tadeln, das ist den Bewohnern derGrafschaften ganz einerlei; diese urtheilen und handelnnach eigenem Ermessen und dulden keine hauptstädtischeVormundschaft. Und warum zeigen sie diesen Unabhängig.