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und Familien/ deren politische Glaubensbekenntnisse möglichstweit auseinander gehen/ dennoch durch die innigsten Bandeder Freundschaft miteinander verknüpft sind. Natürlich istdieß nicht Regel und die Leidenschaft behauptet wie sonstwo/so auch in England ihr Recht über die Menschen. Alleindas nicht seltene Vorkommen von Fälle»/ wie die erwähntensind/ liefert denn doch den thatsächlichen Beweis/ daß ab-weichende Ansichten in politischen Dingen die verschiedenDenkenden nicht nothwendig zum gegenseitigen Haß und zurAnfeindung zwingen und daß Freundschaft zwischen denentschiedensten politischen Gegnern bestehen kann.
Allerdings erfordern derartige Verhältnisse eine Höheder Bildung/ eine Humanität der Gesinnung und einen Adeldes Karakters/ die wir überall nur selten treffe»/ die beiuns aber beinahe noch gänzlich fehlen. Wir haben es nochnicht vermocht/ den Menschen von seinen Ansichten zu trennenund wir sind namentlich noch allzusehr geneigt/ von Dem-jenigen/ der unsere politischen Grundsätze nicht theilt/ auchin sittlicher Beziehung gering zu denken und ihm niedrigeZwecke und unedle Absichten unterzulegen.
Auch in A.-Hall sah ich Familienerbstücke; unter
Andern Dose«/ deren Deckel auf der innern Seite mit demBildnisse deS Prätendenten verziert sind und welche von denloualen/ jacobitisch gesinnten Br. getragen wurde»/ obgleichzu jener Zeit ein solches Abzeichen als Hochverrath galt.
Ebenso befindet sich in A.hall der Schreibtisch/ dessen sich
Karl der Erste während seines Aufenthaltes in der Nach-barschaft bediente und welcher eine Menge geheimer Schub-laden/ Truhen und wunderlicher Behälter einschließt. Natür-lieh wird dieses durch Einrichtung und historisches Interesse