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liegen möchte und er muß namentlich darauf bestehen, daßes gänzlich dem Zufall anheim gestellt bleibe, welche Familiesich hebe, welche in Unbemerklichkeit zurücksinke.
Ich fürchte nicht, mich einer Unzartheit schuldig zumachen, wenn ich eines Verhältnisses gedenke, in welchemMr. Br. und Lord L. zu einander stehen und das so schönist, daß eS gewiß alle Nachahmung verdient. Beide Männermit ihren Familien leben auf dem freundlichsten Fuße, hul-digen aber politischen Grundsätzen, die weit entfernt sind,mit einander im Einklänge zu stehen. Der Eine nämlich istziemlich streng conservativ gesinnt, während der Andere zufreisinnigern Ideen sich hinneigt. Da beide Freunde in der-selben Grafschaft wohnen, so treffen sie von Zeit zu Zeit inöffentlichen Versammlungen zusammen, wo nationelle, wieörtlich politische Gegenstände zur Erörterung kommen. Beisolchen Anlässen muß nun natürlich die ganze Verschieden-heil ihrer Ansichten hervortreten und kann eS nicht fehlen,daß sie in völlig entgegengesetztem Sinne sich auSsprechcn,ja sich bisweilen auf das Lebhafteste bekämpfen. Hatnun der Eine alles gethan, um der vom Andern vertheidig-ten Sache eine Niederlage beizubringen und ist ihm seineAbsicht vielleicht gelungen, so kehren nach beendigtem Kampfedie beiden Gegner in den Kreis ihrer Familien zurück, neh-men dort gemeinschaftlich ihr Mahl ein, ist der Zwist beiSeite gelegt und die Freundlichkeit des Privatverkchres nichtim Mindesten getrübt.
Ich habe allen Grund anzunehmen, daß Beispiele ähn-licher Art in England nicht ganz selten sind und daß eS indiesem Lande häufiger als in irgend einem Andern, wo cüpolitische Parteien gibt, vorkommt, daß einzelne Männer