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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
Entstehung
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269
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Lehrsyftcme und Meinungen blos deßhalb für wahr anzurr-kenne»/ weil deren Urheber diesen oder jenen Namen tragen;und er bildet sich lieber eine eigene Ansicht/ alö daß erFremdes für richtig gelten läßt/ wenn dessen Wahrheit nichtfür sich selbst klar ist und eS als solche unwiderstehlich sichaufdringt. Da nun solche Erzeugnisse auf die innigste Weisemit dem Ich verwachsen sind/ ja einen wesentlichen Theildesselben ausmachen/ so werden sie auch gegen jeden aufsie gemachten Angriff mit einer Leidenschaft vertheidigt/ derenHeftigkeit in der Regel genau im umgekehrten Verhältnißzu dem Werthe des Verfochtencn steht.

Nach dieser etwas sonderbaren aber nicht unabsichtlichen Ab-schwcifung kehre ich wieder nach ^Ibemail Ltrevt und indie Ilo^al Institution zurück und bemerke/ daß ich dort michsofort heimisch fühlte und die Gegenwart (dieß Wort ist imGötheschcn Sinne zu verstehen) ihres berühmten Bewohnersalle Erwartungen erfüllte/ die ich von derselben zum Vorausgehegt hatte. Faraday ist der liebenswürdigste Naturforscher/den ich bis jeyt kennen gelernt habe und dessen Bescheiden,heit und Anspruchslosigkeit können nur mit seinen glänzen-den und außerordentlichen Verdiensten um die Wissenschaftverglichen werden. Er besitzt diejenige Eigenschaft/ welcheden ächten Forscher vorzugsweise karakterisirt in einem hohenGrade: Niemand läßt den Leistungen anderer Gerechtigkeitbereitwilliger widerfahren, achtet fremdes Verdienst mehr/alö dieß Faraday thut und weit ist er von dem eben solächerlichen alö widrigen Ehrgeiz Derer entfernt/ welchealles zuerst gesehen/ beobachtet und entdeckt haben wollen.Als Experimentator ist er ein vollendeter Virtuos und nichtskann der Gewandtheit und Eleganz gleiche«/ mit denen er seine