Buch 
Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
Entstehung
Seite
280
JPEG-Download
 

geschieht hiefür im Durchschnitte doch unendlich weniger,als man billiger Weise und mit Rücksicht auf die Geld-mittel, über welche viele Regierungen verfügen können, er-warten dürfte. Wirft man auch nur einen oberflächlichenBlick auf die verschiedenen Theile der jährlichen Ausgabeeines etwas größer» Staates, so kann man nicht umhin,die Ueberzeugung zu gewinnen, daß beträchtliche Summenfür völlig zweck, und nutzlose Dinge ausgegeben werden,während man gegen wahrhaft nützliche Anstalten eine bisan den Geiz grenzende Sparsamkeit beobachtet. Zum Theildürfte dieser Ucbrlstand darin begründet sein, daß häufigMänner an der Spitze der Geschäfte stehen, deren Blicknicht über den engen Horizont des BüreaukratismuS hinaus,reicht und die z. B. einen gewandten Tabellenmacher undfederfertigen Schreiber hoch über den Forscher stellen, dersich mit Probleme» der Naturwissenschaft beschäftigt, ausderen glücklicher Lösung unberechenbare Folgen nicht nur fürTheorie, sondern auch für das praktische Leben fließen kön-nen. Jeder vermag freilich nur das zu würdigen, was erversteht und in seinem Bereiche liegt, und daher kann man,ohne unbillig zu sein, auch nicht verlangen, daß Leute, diewährend ihres ganzen Lebens nur Actenstaub geathmet, nur inSchreibstuben sich bewegt haben, ein lebhaftes Interessenehmen an Gegenständen, die über den Kreis der Kanzlei,geschäftc hinaus liegen. ES hieße vom Blinden das Sehen,vom Tauben das Hören verlangen, forderte man von derar.tigen Menschen einen Sinn für das wahrhaft Großartigeund die Bereitwilligkeit: für die Förderung der Zwecke derKunst und Wissenschaft, namentlich aber für diejenigen derhöbern Naturforschung, mitzuwirken.