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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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288
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Gunsten der Frequenz ihres Institutes zu handeln, wenn siedieses in kirchlicher Hinsicht auf einen möglichst neutralenBoden stellten und jeden Religionsunterricht und jede Re-ligionöübung von ihr ausschlössen. Die Folge hat gezeigt,daß diese Ansicht irrig war und der Anstalt gerade dasjenigezum Vorwurf gemacht wurde, was ihr als Empfehlungdienen sollte. Man klagte sie, mehr oder weniger offen desreligiösen JndifferentiSmuö, wo nicht gar der Ungläubigkeitan, ein Vorwurf, welcher in einem Lande wie Großbritan-nien gemacht, nicht fehlen konnte, einen nachtheiligen Ein-fluß auf den Besuch der hohen Schule auszuüben.

Mit dieser sogenannten Universität sind Vorbereitungs-schulen verbunden, welche Aehnlichkeit mit unsern Gymnasienhaben und von deren Einrichtung und Tüchtigkeit mir Man-ches Rühmliche berichtet wurde. Die Professoren der Hoch-schule beziehen nicht nur keine fixen Gehalte und sind gänzlichauf ihre Kollcgicngelder angewiesen, sondern sie sind gehalten,von diesen sogar noch einen Theil an dir Actiengesellschaftabzutreten. Diejenigen Lehrer, welche kleine Auditorienhaben, sind daher in finanzieller Hinsicht nichts weniger alsglänzend gestellt und es wird versichert, daß eö mehr -lSeinen Professor des Collegiums gebe, welcher seit dem Be-stehen der Anstalt auch noch nicht ein Pfund eingenommenhabe. Die besten Lehrstellen, welche diejenigen der Chemie,Anatomie und einiger andern medizinischen Fächer sind,mögen jedoch 600—1000 Pfd. jährlich eintragen, eineSumme, mit der sich selbst in London ordentlich leben läßt.

Wie man mich vielfach versicherte, wird das Institutjetzt beinahe allein durch seine medizinische Abtheilung ge-halten, indem dieselbe von 5— 6 oc> Studenten besucht sein