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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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gefälligkett über den vorgeblich gethanen Fund aus. Ichkann nicht umhin, hier noch einige Worte über das vorhinerwähnte Ohm'sche Gesetz zu sagen. Dasselbe setzt bekannt,lich das Verhältniß fest, in welchem die Stromstärke einerVolta'schen Vorrichtung steht zu dem, was die Physikerelektromotorische Kraft und Leitungöwiderstand nennen. WaSist aber elektromotorische Kraft? Diese Frage läßt das er-wähnte Gesetz gänzlich unentschieden und jene kann imChemismus, sie kann im Contaet, sie kann noch in etwasvon beiden ganz Verschiedenem ihre Wurzel haben. Nichts,destoweniger scheint es aber, als ob die deutschen Ziong.Wächter und offiziellen Vertheidiger des wahren Volta'schenGlaubens in Ohm's Gesetz ich weiß nicht welche mächtigeund gewaltige Stütze für ihre Hypothese finden. Auch istes ergötzlich zu sehen, welchen liberalen Gebrauch die deut.schen Berührungsmänner bisweilen von dem Ohm'schen Ge.setze machen, wenn eS sich um die Erklärung neuer aufStromerzeugung sich beziehenden Entdeckungen handelt.

Als ich z. B. einem meiner wissenschaftlichen Freundezum ersten Male die bewundernswürdigen Wirkungen meinerGrove'schen Säule zeigte und wir uns über die Ursachederselben besprachen, so sagte er: Oh! diese liegt ganzeinfach in dem Ohm'schen Gesetz und wer dasselbe kennt,hätte eine solche Säule » prion construiren können. Demmag so sein, erwiederte meine Wenigkeit; enthalten aberkonnte ich mich nicht, meine Verwunderung darüber auszu.drücken, daß die genauen Kenner dieses Gesetzes, daß diealleinigen Besitzer des wahren Volta'schen Wissens die Ver.fertigung dieses schönen Werkzeuges einem Engländer über.ließen, der noch so verblendet war, an die Nichtigkeit der