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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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305
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chemischen Theorie zu glaube» und der zur Zeit, wo er seineschöne Entdeckung machte, noch wenig genug von dem Ohm'-schen Gesetze gewußt haben mag. Sonderbarer Weise ge-langte auch Daniel! zu seinen schönen Resultaten, obgleichderselbe die Meinung hegt: heiße »liillmg » clsaä man«,wenn man auch nur noch ein Wort der Widerlegung gegendie Contactshypothese vorbringe und eS deßhalb bedauerte,daß Faraday noch einmal seine kostbare Zeit für die experi-mentelle Erörterung eines Gegenstandes verwende, der langeschon inS Reine gebracht sey.

Ich will nicht unerwähnt lassen, daß in dem Laboratoriumdes Ling's 6,»liege mir eine Merkwürdigkeit gezeigt wurde,welche mich höchlich interessirte und die jeder Physiker, derdie britische Hauptstadt besucht, zu sehen eben so wenigversäumen sollte, als ein frommer Katholik die Besichtigungausgezeichneter Reliquien vernachlässigt. Diese Merkwürdig,seit ist nemlich nichts anderes, alö der magnetische Apparat,aus welchem Faraday den ersten elektrischen Funken zog undmit Hülfe dessen dieser ausgezeichnete Mann eines der frucht-barsten und reichsten Gebiete für wissenschaftliche Forschungeröffnete. Wie Alles, was von Faraday stammt, den Stein-pel stnnrcicher Einfachheit trägt, so auch diese erste Magneto-elektrische Vorrichtung. Hoffentlich bewahrt man das merk-würdige Werkzeug sorgfältigst für die spätesten Zeiten auf,wie auch sehr zu wünschen wäre, daß in der dänischenHauptstadt die Volta'schc Säule, der Schließungödraht unddie Magnetnadel, mit denen Ocrstedt seine herrliche Em-deckung machte, der wissenschaftlichen Nachwelt unversehrterhalten bliebe. Es gibt Liebhaber für alle möglichen Dingein der Welt, unbekannt ist eS mir aber, ob cS Sammler

Reise ». Engl.

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