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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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308
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werthes sich ereignet, das kann in der kürzesten Zeit aufdem ganzen Umfange desselben zur öffentlichen Kunde ge-bracht sein.

Man hat unö schon so viel Wunderbares von den sogenann-ten Hellsehenden erzählt und denselben namentlich das außer-ordentliche Vermögen zuerkannt: mit abwesenden Personenin Verkehr treten und selbst im Schlafe wissen zu können,was weit entfernt von ihnen sich zuträgt. Der Physikerleistet jetzt dasselbe und noch hundert Mal mehr, als diehellsehendstr Somnambüle und zwar durch ganz einfache,natürliche und für Jedermann begreifliche Mittel. Er be-darf zur Verrichtung des Wunders: mit Abwesendenzu reden und denselben mit der Eile deS Blitzes die geheim-sten Gedanken seiner Seele mitzutheilen oder auch einensolchen von Jenen zu vernehmen nur einiger Kupferdrähte,einer kleinen Flasche gesäuerten Wassers und mehrerer Pfundeganz gemeiner Metalle. Anstatt des thierischen Magnetismusbenützt er denjenigen des elektrischen Stromes, um mit un-vorstellbarer Geschwindigkeit aus seiner engabgegränzten undan die Scholle gefesselten Persönlichkeit hinauszutreten indie fernsten Räume der Erde.

Da aber solche Wunder ausgeführt werden auf eine fürdie Menschen begreifliche Weise; da sie zu Stande kommenohne Vermittelung überirdischer Gewalten und dämonischerKräfte, so dürften diese Großthaten der Wissenschaft wenigbewundert werden von Leuten, denen es im klaren Lichtedes Verstandes unbehaglich zu Muthe ist und die sich nurwohl fühlen, wenn umhüllt von mystischem Nebel, von ge-heimnißvollem Dunkel und denen Phänomen um so willkom-mener sind, je mehr dieselben von denen der gewöhnlichen