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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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einfach zu rathe»/ daß sie so wenig alS möglich von dem Welt-gange Kenntniß nehmen/so selten wie möglich ihren Blick hin-auswerfen über den engen Kreis ihrer unmittelbaren Umgebung. »

Stärkere Geister aber sehen mit freudigem Vertrauen indte Zukunft; denn wenn sie auch auf das Bestimmteste wissen,daß die Menschheit, waS den dermaligen Grad ihrer Bit-düng/ namentlich aber das jetzige Maaß ihrer Herrschaftüber die äußere Welt betrifft/ kaum in das erste Stadiumihrer Entwickelung eingetreten ist und von demjenigen/ was ,die Natur ist und für unser Geschlecht sein kann, nur denallerkleinsten Bruchtheil kennt; so mangelt ihnen auf derandern Seite auch die tröstliche Einsicht nicht, daß es wederin dem Reiche der Geister noch in der physischen Welt einenZufall gibt; daß alle Thätigkeiten, alle Bestrebungen, alleKräfte in einem Verstände zusammen laufen und wurzeln, ,der sie mit unendlicher Weisheit lenkt und in einer solchenWechselwirkung und Zweckbcziehung zu einander erhält, daßdie Vorschriften der Weltordnung nie überschritten werden, demhöchsten Willen niemals im Geringsten entgegen gehandeltwerden kann und das Weltdrama nach ewigen und unver-letzlichen Regeln sich entrollt und weiter schreitet.

Zu welchen außerordentlichen Ergebnissen nun aucheine tiefere Erforschung der Natur führen, welche Kräfteder Mensch in ihr noch entdecken, welch weitgehende An-wendung er auch von denselben noch machen, zu welcherHöhe menschliches Wissen und Können in der Zukunft erho-ben werden und wie stark verändernd all dieß auf die bis- ,herige Daseinsweise unseres Geschlechtes noch einwirken mag;so ist wegen der angeführten Gründe nicht im Mindesten zufürchten, daß die Welt aus ihren Fugen gehe, daß die