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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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339
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nach Paris, der sich von Daguerre selbst über die Eiuzelu-heiten der Methode unterrichten ließ. Und in der Thatwaren die Vorkehrungen so gut getroffen, daß am nemlichenTage, wo in PariS das Geheimniß enthüllt wurde, auchdie Londoner die Gelegenheit hatten, in Regentstreet füreinen Schilling von der neuen Kunst Einsicht zu nehmen.Da die polytechnische Anstalt und die Adelheid-Gallerieeigentliche Nebenbuhlerinnen sind, so trachtet, um möglichstviele Leute anzuziehen, jede der andern es zuvor zu thunund gemachte wichtige Entdeckungen oder Erfindungen ausdas Schnellste bei sich zu zeigen.

In dem keKsnt's Pai-Ic steht ein großes kuppelförmigeöGebäude, das den Namen »Lolossoum« trägt und in wel.cbcm unter andern sehenswerthen Dingen auch dieGallcrieder natürlichen Magie" sich befindet. Hier sieht man einigephysikalische Apparate von riesenhaften Dimensionen, wiez. B. eine Vleetrißrmaschine/ die wohl die größte in derWelt sein möchte, indem die Oberfläche ihrer Scheibe nichtweniger als achtzig Quadratfuße mißt, wie auch zwei Hohl-spiegel von unübertroffenem Umfang und außerordentlicherWirkung. Die mit diesen Werkzeugen angestellten Versuchekönnen nicht anders als glänzend genannt werden, weßbalbcS sich wohl der Mühe und der Ausgabe einiger Schillingelohnt, dieselben einmal anzusehen.

Wenn ich nun auch nicht der Meinung bin, daß Anstaltender beschriebenen Art der Wissenschaft großen Gewinn bringenund unmittelbar die Grenzen derselben zu erweitern vermö-aen, so sind sie doch gewiß nicht ohne ihren Nutzen. Dennaußerdem, daß sie das größere Publikum belehrend unter,dalten, ein Verdienst, das nicht gering anzuschlagen ist, tragen

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