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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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342
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der wöchentlichen Zusammenkünfte der königlichen Gesell,schaft zu besuchen versäumte. Bisweilen nahm er bei diesemAnlaß bedeckten Hauptes seinen Platz neben dem Präsidentenein; in der Regel aber setzte er sich unter die Mitglieder/verkehrte mit denselben auf die vertraulichste Weise undnahm nicht selten an den Diskussionen der Gesellschaft leb.haften Theil. Da er nun bemerkte/ daß manche Mitgliederzu viele Rücksicht auf die von ihm geäußerten Meinungenlegten/ so wollte er einmal auf eine gutmüthige Art dieSchmeicheleien und den knechtischen Sinn dieser Leute blosstellen und züchtigen.

Eines Abends trat der König in die Gesellschaft ei»/dem Anschein nach in tiefes Nachdenken versunken und denuntern Theil seines Gesichtes mit der Hand bedeckend. Aufeinmal rief er aus: ^ I.orä8 ancl ttsntlomev I Wie kommteS/ daß/ wenn ich zwei Eimer mit der gleichen MengeWassers fülle und in einen derselben einen lebendigen vierPfund schweren Fisch bringe/ dieser Eimer nicht mehr wiegt/alö der andere? Längeres Schweigen folgte dieser könig.lichcn Frage; endlich wurde dasselbe gebrochen/ indem einMitglied bemerkte/ daß die Schwimmkraft des Fisches dessenSchwere aufhebe. Ein Anderer behauptete: das Lebens.Moment und die Vis onertiR des Thieres verhinderten jedenDruck auf die Seiten des Gefäßes und eine eigenthümlicheAtmosphäre umgebe den Fisch/ welche ihn suspendirt erhalteund der Schwere entgegenwirke. Noch wurden andere gleichtriftige ErklärungSgründc vorgebracht/ welche alle der Königmit der größten Ernsthaftigkeit anhörte.

Zuletzt erhob sich ein ältlicher Mann und sagte: Mögees mir Ihro Majestät zu Gnaden halten; was mich betrifft/