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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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zulegen. Der Marquis von Northampton, der ein reicherGüterbesitzer ist/ eröffnete seine Salone der Gesellschaft wir.der und man versichert, daß sie von der Elfte der wissen,schaftlichen Welt Londons besucht werden und in denselbender angenehmste Ton herrsche.

Was die frühern Leistungen der königlichen Gesellschaftbetrifft, so werden wohl in dieser Beziehung wenige gelehrteVereine mit ihr in die Schranken treten dürfen. Sie hat in derThat eine glänzende Geschichte hinter sich und zeichnete sichnamentlich gegen das Ende des sicbenzehnten Jahrhundertsund im Anfange des achtzehnten durch großartige Thätigkeitaus; zu welcher Zeit die Gesellschaft freilich alö Mitgliedeinen Mann zu besitzen das Glück hatte, dessen mächtigesGenie ganze Akademien aufwog und der zu den außerordcnt.lichsten Geistern gezählt werden muß, welche je die Mensch,heft hervorgebracht hat.

Aber auch in unserem Jahrhundert nimmt der in Redestehende Verein eine ausgezeichnete Stellung in dem Frei.ftaate der Wissenschaft ein und darf er sich mit jedem andernvergleichen. Man denke nur an die herrlichen Arbeiten derbeiden Herschell, Davy's, Young's, Brown's, Faraday'sund vieler Andern mehr.

Die königliche Gesellschaft hat auch dadurch wohlthätiggewirkt, daß sie in andern Ländern Nacheiferung erregteund daß sie namentlich Frankreich zur Begründung derPariser Akademie veranlaßte. Schon drei Jahre nach Stif.tung der königlichen Gesellschaft schlug Colbert dem Ruhmund Glanz liebenden Ludwig XIV. die Bildung einer demLondoner Verein ähnlichen Anstalt vor und dem Königeleuchtete dieser Vorschlag so sehr ein, daß bereits im I. 1666