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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
Entstehung
Seite
356
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Für einen Schilling erhält man das Recht/ diese Garte» zubesuchen und an einem schönen Tage kann man sicher daraufrechnen/ dort große Gesellschaft anzutreffen.

Da ich einmal von zoologischen Dingen rede/ so will ichdoch auch erwähnen/ daß es in London eine Anstalt gibt/in welcher im Großen Vögeleier aus künstlichem Wege aus-gebrütet werden. Wer einmal durch Pall-Mall geht/ anzoologischen Gegenständen Interesse nimmt und die kleineAusgabe von einem Schilling nicht scheut/ dem ist zu em-pfehlen/ daß er in Nr. 121 eintrete und sich die dortigeBrütvorrichtungen zeigen lasse.

In keinem Lande der Welt gibt es wohl so viele Freundeder Pflanzenwelt/ finden sich so viele Blumenliebhaber alsin Großbritannien. Der Besitzer der kleinsten Cottage/ wieder Eigenthümer der schönsten Villa/ sucht seine Umgebungnicht blos durch Rasengrün/ sondern auch durch schöne Ge-wachse aller Art zu beleben und freundlich zu machen.Diesem allgemein verbreitete» Geschmack ist es auch zuzuschrei-ben/ daß eS in England und vorzugsweise in der UmgebungLondons so viele Kunstgärtnereien gibt/ die durch ihrenPflanzenreichthum und ihre Großartigkeit gewiß einzig in derWelt find. Wer einmal die britische Hauptstadt besucht undPflanzenliebhaber ist/ der sollte ja nicht versäumen/ einigeder sogenannten »dlui-ssi-is«« zu besuchen und vor allenübrigen diejenige aufsuchen/ welche den Gebrüdern Loddigein Hackney gehört.

Mit allem Recht gelten diese Kunstgärtner als die erstendes Landes und werden deren Anlagen als die größten undausgedehntesten dieser Art betrachtet. Ihre Gärten habeneinige englische Meilen im Umfange und find mit Treibhäusern