3S7
überdeckt, unter welchen sich das sogenannte Palmenhausam meisten auszeichnet. Dasselbe ist im eigentlichen Sinnedes Wortes aus Glas gebaut, um möglichst viel Licht insein Inneres fallen zu lassen und enthält so viele und herr-liche Pflanzen, daß man in dessen Mitte leicht sich einbildenkann, in einem tropischen Palmenwald sich zu befinden.
Zur Zeit, als ich die Gärten besuchte, bestand der größteReichthum der daselbst gepflegten Pflanzen in Orchideen,deren Spceieszahl über tausend ging. Auch zeichnet sich diebesagte Aursvry durch die Mannigfaltigkeit und Pracht ihrerCamellien aus. Wie ich mir von den Besitzern dieser herr-lichen botanischen Gärten selbst sagen ließ, haben dieselbenReisende in allen Weltgegenden, um von ihnen immer dasNeueste und Interessanteste zugeschickt zu erhalten, theils inSaamen, theils im lebenden Zustande.
Der Gründer dieses riesenhaften Geschäftes und Vaterder jetzigen Besitzer war, wenn ich mich nicht täusche, einDeutscher von Geburt, der als armer Gärtnergeselle nachLondon kam. Acußerst sparsam, thätig und in seinem Berufeausgezeichnet, brachte er eS bald dahin, auf eigene Rech-nung ein kleines Geschäft anfangen zu können und so vor"trefflich wußte er dasselbe zu führen, daß es sich rasch ver-größerte und endlich zur ersten Aur8sr^ Londons wurde.Bei seinem erst vor wenigen Jahren erfolgten Tode fandsich ein Vermögen von nahe zweimal hunderttausend Pfundenvor, das einzig und allein durch Gärtnerei erworbenwurde. Obgleich nun dessen zwei Söhne alö reiche Herrenleben könnten, so ahmen sie doch löblicher Weise das Bei-spiel ihres ausgezeichneten Vaters nach und sind nicht min-der als dieser in ihrem Geschäfte thätig. Einen derselben