Zuhörer dadurch entzückt wurden und die Schönheit undNatürlichkeit des Vortrageö nicht genug bewundern konnten.
Die Sitten des englischen Theaterpublikums sind vonFestländern schon oft als etwas roh bezeichnet worden/ undich denke nicht, daß man ein solches Urtheil ganz ringe-recht nennen kann, wie aus folgender Skizze/ die nacheigener Anschauung gezeichnet ist/ zur Genüge sich ergebenwird.
Wird ein Stück gegeben, das die Menge anzieht, so versam-melt sich dieselbe lange schon vor Eröffnung der Kasse in einerder Vorhallen des Schauspielhauses. Die bei solchen Anlässenin Paris beobachtete und auch anderwärts nachzuahmendeSitte, daß die Wartenden zwei Mann hoch hintereinandersich aufstellen, kennt man in London nicht. Alles steht dichtgedrängt auseinander und dieser Haufen ist in steter wühlen-der Bewegung begriffen; ein Unfug, der den Taschendiebenzu Gute kommt und denselben die bequemste Gelegenheitdarbietet, ihr Handwerk zu üben. Von Zeit zu Zeit erschalltaus der Menge die warnende Mahnung: »Oöntlemen, tak«oaro vk xour povkets« ; diese so wohlmeinend klingende Auf-forderung geht indessen gerade von Solchen aus, die Lusthaben, an dem Inhalte fremder Taschen sich zu vergreifenund welche ihren Rath nur deßhalb ertheilen, um in denAugen ihrer unmittelbaren Nachbaren für ehrlich zu geltenund letztere sicher zu machen.
Rückt die Zeit der Eröffnung der Kasse heran, so beginntein fürchterliches Drängen und Schieben nach der immernoch verschlossenen Thür, welcher jetzt Jeder möglichst nahesein will. Geht diese endlich aus, dann erst erreicht dieUnordnung und Rohheit ihren höchsten Grad. Mit der