403
ein Wein. oder Bierfaß auf den, Festlande, so pflegte ma»früher doch noch vielmal umfangSvollerc zu gebrauchen. Dererste Bierbrauer Londons gab einmal Georg dem Viertenund dessen zahlreichem Gefolge ein glänzendes Frühstück ineinem leeren Bierfasse/ das so kolossal war, daß es in einengeräumigen Saal umgeschaffen werden konnte/ ohne daßdieß der königliche Gast bemerkte und derselbe erst von diesemUmstände Kenntniß erhielt/ als die Gesellschaft die riefen,hafte Tonne verlassen hatte. Bekannt ist auch/ daß einmaldurch das Springen der Reife eines Bierfasses eine ganzeStraße in London überschwemmt wurde und mehrere Per-sonen ihren Tod in den gewaltigen Porterfluthen fanden.Da immer einige Zeit verging / bis eine so unfläthige Tonne/gegen welche selbst das Heidelberger Faß nur ein Zwerg ist/abgezapft und deren Inhalt an die Bierhäuser der Stadtabgesetzt war/ so wurde der in ihr befindliche Porter etwasmatt, welcher unangenehme Umstand die Brauer veranlaßte,ihre Biervorräthc in kleineren Fässern aufzubewahren. Diegefüllten Tonnen liegen nicht wie in unsern Kellern auf demBauche, sondern find auf den Kopf gestellt und werden voneisernen Gestellen getragen. Da bisweilen der Fall eintritt,daß ein volles Faß springt und ausläuft, so ist natürlich dieVorkehrung getroffen, daß das Bier, ohne verdorben zuwerden, wieder in einem Behälter sich sammeln kann. Esbedarf daher kaum der Bemerkung, daß der Boden des Vor- 'rathöhauseS auf daS Reinlichste gehalten wird und in diesemüberhaupt die größte Ordnung herrscht.
Da täglich allein in die Stadt von der Brauerei gegentausend biu-iels (ein darrel faßt 36 Gallonen) geführt wer.den, so kann man hieraus auf die Menge des jährlich von
26 *