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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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404
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ihr gebraute» Bieres schließen und wird man eS nicht auf.fallend finden/ wenn ich hier die Vermuthung anSsprcche/daß die von mir in der Londoner Brauerei gesehenen Malz-vorräthe wohl bedeutender waren/ als diejenigen/ welcheman je auf einmal in allen Brauereien der bairischen Haupt-ftadt antreffen kann. SechSzehn Kasten/ von denen jederetwa vier tausend Säcke faßt/ fand ich mit Malz beinaheganz angefüllt. Erwähncnöwerth ist/ daß in den LondonerBrauereien nicht gemalzt und von diesen das gekeimte Ge.treibe vom Lande bezogen wird.

Ueber die BcreitungSweise des Porters und dessen Bc.standtheile find allerhand irrige Meinungen anf dem Fest-lande/ ja in England selbst gang und gäbe. Von meinemunterrichteten Führer/ der/ wie schon bemerkt/ Jahre langder von mir besuchten Brauerei vorstand/ erfuhr ich/ daßzur Bereitung der genannten Bierart nur Hopfen und Malzgebraucht und der Unterschied zwischen Porter und Ale ein-zig und allein dadurch herbeigeführt werde/ daß man zurVerfertigung dcö erster»! »Ick-eck ur lii-own malt«, d. h.bei ziemlich hoher Temperatur getrocknetes/ also etwas gerö-stetes Mal; verwende / während man das Ale aus lufttrocke-nem bereite. Daher kommt es denn auch/ daß der Porterbraunroth ist und so eigenthümlich schmeckt/ das Ale abereine hellgelbe Farbe hat und einen reinern Geschmack besitzt.ES kann nicht anders sei»»/ als daß in den Londoner Braue-reien das Kühlgeschirr/ die Siedkcssel/ die Maischkufcn/ dieGährungsbottichc/ kurz die verschiedenen Vorrichtungen/welche zur Bierbereitung dienen / riesenhafte Dimensionenhaben. Auch versteht eS sich von selbst/ daß überall/ woblos mechanische Arbeiten auszuführen find/ die Dampfkraft