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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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421
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menschliche Gestalten beiderlei Geschlechtes begegnet von soarmseligem, ekelhaftem und abschreckendem Aussehen, daß eSschwierig sein dürfte, irgend etwas AchnlichcS sonstwo zusehen. Man stößt hier namentlich auf weibliche Wesen, dieals solche kaum zu erkennen find und von deren Anblick schweranzugeben ist, was er am meisten erregt, ob Ekel oder Mit-leiden. Von Lastern aller Art zerrüttet, durch Hunger er-mattet, halb nackt und mit Nnrath bedeckt, schleichen siegcspcnsterhaft und lichtscheu durch die schmutzigen Gaßchen

und-. Doch heben wir für jetzt den Schleier nicht

weiter auf und gehen wir zu einem minder unerquicklichenGegenstand über.

Die Matrosen, welche sich zahlreich in der Nähe derDocks herumtreiben, bieten dem Beobachter reichlichen Stoffzu Studien dar und es sind namentlich die von ihnen be.suchten Schenken geeignet, »><nv lild« in den vcrschie.densten Formen kennen zu lernen. Eines Abends, nach Be.sichtigung der I.ttn«!on Dock«, trat ich mit einigen meinerFrcnnde in ein Wirthshaus ein, daS den »Sailoog« alsHanptvcrgnügungSort der Umgegend dient. ES mochtendieser Gesellen mehrere Hunderte anwesend sein, wobei derenglische ».lack« nicht einzig reprüsentirt war; cS zeigten sichalle Farben der menschlichen Haut dort vereint, wurden alleSprachen der Erde geredet. Schon beim Oeffncn der Thüreerhielten wir einen Vorgeschmack oder vielmehr einen Vor-geruch von der auserlesenen Gesellschaft, die drinnen in denWirthSstuben hauste. ES qualmte uns ein warmer Luftstromentgegen, dem man in der That eine kühne Nase entgegensetzen mußte, um von demselben nicht zurückgeworfen zuwerden. Taback vor allem, Porter, Ale, Gin, WhiSken,