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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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und namentlich für Astronomie. Wenn er nun auch letzterevorzugsweise gepflegt und es darin zu einer solchen Meister-schaft gebracht hat, daß er mit seinem Vater verglichenwerden darf, so konnte sich sei» universeller Geist selbst mitdiesem großen Felde der Forschung nicht begnügen; versuchteer seine Kräfte an den schwierigsten Problemen der Optik,der Acustik und der elektrischen Dynamik, und machte ersich selbst mit den Einzelnheüen der Chemie vertraut.

Eben, alS ich den ausgezeichneten Forscher in Sloughbesuchte, beschäftigte er sich sehr lebhaft mit den chemischenWirkungen LcS Sonnenspectrums und mit der Lösung derschwierigen Aufgabe, die gefärbten Lichter desselben zufixire», d. h. eine und eben dieselbe farblose Substanz durchden rothen Stral des Prisma in eine rothe, durch denblauen Stral in eine blaue Substanz u. s. w. umzuwandeln.War auch Hcrschel noch nicht zum gewünschten Ziele gelangt,so hatte er sich, wie ich mich durch den Augenschein über-zeugt, demselben doch genähert und hatten dessen Unter-suchungen schon zu äußerst interessanten Resultaten geführt,namentlich aber unsere Kenntnisse über die Ausdehnung desSpektrums und über das chemische Wirkungsvermögen desLichtes überhaupt sehr wesentlich erweitert. Nach HerschelSVermuthung dürften die verschiedenartigen Stralen desSonnenlichtes bei Erzeugung der Pflanzenfarben sehr wich-tige, mannigfaltige und bisher noch ungeahnete Rollenspielen.

Es ist wohl selten, daß ein Astronom, der eS beinaheausschließlich nur mit dem Gebiete des Großen, mit demMassenhaften zu thun hat, seine Aufmerksamkeit der Weltdes Kleinen, den Molecnlarthätigkeitcn, wie sie unS z. B.