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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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466
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solche Weltkenntniß/ daß sie nicht zu klein war/ »in imLaufe einer achtzchnhundertjährigen Wanderung erworbenworden zu sein.

Ein nettes etwa vier oder fünf Jahre altes Mädchen/das in ein Mäntelchen gehüllt fast immer einzig auf demVerdecke saß/ erregte meine besondere Theilnahme durch denUmstand/ daß es in seinem zarten Alter schon eine Reiseüber das Meer ohne elterliche Begleitung machen mußte.DaS arme Kind schien an scrofulosen Uebeln zu leiden undsollte/ wie ich von der Frau des SchiffSkochcS erfuhr/ derenSorgfalt das junge Geschöpf anvertraut war/ anf Anrathender Aerzte See- und Schiffslnft athmen. Bei diesem Anlaßvernahm ich denn auch/ daß in England bei Kindern diesesMittel nicht selten angewendet werde.

Ein weiterer merkwürdiger Passagier war ein herrlicherund stolzer Renner/ welcher aus den königlichen Gestütenvon Windsor gekommen war und die Bestimmung hatte/ inden Marstall des Königs der Belgier nach Brüssel zu wan-dern. In seinem engen Gefängniß verhielt sich daö sonst somuthige Thier fromm wie ein Lamm und man sah es ihmdeutlich an/ daß die Wasserreise nicht ganz nach seinem Ge-schmücke war. Sichtliches Vergnügen machte eS dem Pferdeimmer/ wenn Menschen zu ihm herankamen/ eS freundlichanredeten/ hätschelten und ihm gelegentlich einen Wisch Heuvorhielten. Von Seekrankheit war bei ihm zwar keine Rede,doch versicherte dessen vielerfahrener Führer/ daß die Pferdeeine rauhe See eben so wenig als die Menschen liebten/daß jene bei einer solchen/ wenn auch nicht gerade sich er-brächen/ doch deutliche Zeichen eines starken Mißbehagensvon sich gäben.