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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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Begegniß verstimmte mich so/ daß ich keinen Augenblicklänger/ als ich mußte/ in Antwerpen verweilte und mitdem ersten Wagenzuge nach Brüssel fuhr. Unmittelbar vonLondon herkommend/ machte die belgische Hauptstadt nichtsweniger als einen großen Eindruck auf mich; es kam mirdaselbst Alles etwas kleinlich vor und das neufränkischeWesen/ das mir überall darin entgegen trat/ trug eben auchnicht viel zu besonderer Empfehlung Brüssels bei. Schonden nächsten Morgen verließ ich Kleinparis und flog inwenigen Stunden hinüber nach dem hübsch gelegenen Lüttich.Die belgischen Eisenbahnen fördern schnell und sind bekannter-maßen die wohlfeilsten in der ganzen Welt. Man zahlt z. B.für den zweiten Platz von Brüssel bis nach Lüttich nicht mehrals sechs französische Franken/ für den ersten acht und fürden letzten vier; Preise/ die man in der That nicht niedrigerverlangen könnte. Dagegen sieht man allem es auch deutlichan/ daß die Belgier beim Bauen ihrer Schienenwege einergroßen Sparsamkeit sich befleißigten und jeden Luxus mieden.Die Bahnhöfe sind äußerst einfach eingerichtet/ die Wagenhaben auch nicht ein sonderlich elegantes Aussehen. DieBahnen selbst sind so wohlfeil/ als nur immer möglich ge-baut und die Bahnwächter tragen nicht/ wie anderwärts/hübsche Uniformen/ sondern stecken in blauen Hemden.Gegen die mit so großem Luxus ausgeführten englischenksiivaK» erscheinen daher die Schienenwege Belgiens ziem-lich armselig und unansehnlich. Freilich lassen sich dann jeneauch zwei oder dreimal so viel als diese bezahlen.

Schon vier oder fünf Stunden vor Lüttich kletterten einDutzend Kerle außen an unsern Wagen herum und hieltenzu den Fenstern herein Lobreden auf die Lütticher Gasthäuser/