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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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den Reisenden gleichzeitig Karten zuschiebend. ES schienmir dieß ein sehr wagehalsiges Geschäft zu sein und die mitihm verbundene Gefahr, unter den Rädern zermalmt zuwerden, in gar keinem Verhältnisse zu dem daraus gezogenenGewinn zu stehen.

Bei AnS hört die Bahn auf und Omnibuse stehen hierbereit, die Passagiere nach Lnttich hinab zu bringen. Da den Kutschern nicht gestattet ist, in das Gebiet der Bahnhereinzutreten, so stehen sie-draußen vor den Schranken undwinken mit beiden Armen, der Eine den Andern an Heftig-keit des GestikulirenS überbietend, den Auösteigenden zu unddeuten auf ihre schon bespannten Wagen hin. Der Anblickist so komisch, daß man sich des Lachens nicht enthaltenkann.

Ich bin schon in manchem Omnibus gefahren, aber solche,wie ich sie in Ans getroffen, sind mir doch noch keine vorge-kommen. Ihr Acußereö zeichnet sich zwar durch übergroßeEleganz nicht aus, auch scheinen sie nicht gar zu oft gewa-schen und geputzt zu werden; dagegen ist ihr Inneres inächt französischem Geschmacke auögeziert. Damit der Rei-sende sein werthes Bild so oft als möglich sehe, ist hinterjedem Sitz ein großer Spiegel angebracht. Bei meiner Eilekonnte ich leider dem alterthümlichcn Liittich nur wenigeStunden widmen; nachdem ich zu Mittag gegessen, dasRathhaus angesehen, der Straßen einige durchlaufen undmein englisches Geld gegen französisches ausgetauscht hatte,stieg ich wieder in die Diligence und schlug den Weg nachAachen ein. Der Zufall hatte mir zwei Holländerinnen zuWagengenossen beschieden, die eine solche Korpulenz zeigten,daß ich i» die größte Verlegenheit kam, wo für mich beim