Band 
Physikalische Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien. [Zweyter Jahrgang.]
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ben; aber nach einem kurzen Verlauf musten wir unsern Frevel, wozuuns die Ungedult verleitet hatte, theuer genug bezahlen. Die ziemlichstürmende See machte unserm Lotsen die Zeichen des engen Kanals un-sichtbar; wir verfehlten ihn, und stiegen dreymal auf dem Grund, da-bey war jedesmal die Erschütterung so heftig, und die Wellen, st> vonallen Seiten eindrangen, giengen schon so hoch über uns weg, daß sieauch den Unerschrockensten würden haben zittern, und an seiner Ret-tung zweifeln machen. Doch war es eben der heftige Wind, der unsauf diese unglückliche Stelle brachte, dessen Gewalt uns jederzeit wiederFlott machte. Indessen war doch dieses immer nur der Anfang der Be-schwerlichkeit die er Neise.Den zweiten Tag darauf wurde ich mit einem Ner-venfieber befallen, das mich, so lauge ich zur See war, nicht wiedkrverließ. Dazu kämm noch die heftige Bewegung auf einem so kleinenFahrzeuge als unsere Chalüppe war, welches mich überhaupt so schwachund elend machte, daß ich schon an meiner Wiederherstellung zu zwey-feln anfieng, als wir endlich den 4 Apriel, als den iv Tag, nachdemwir Florida verlassen hatten, gegen 9 Uhr in der Frühe in das Gesichtder bahamischen Eylande kamen, indem wir von Ferne die nördlicheSpitze (dlortli-psim) der Insel ^.baeco entdeckten. Schwerlich wirdsich jemand das, ein ganz neues Leben in meinem Körper verbreitende,Vergnügen denken können, da ich auf dem zwar noch entfernten Landewieder Ruhe und Genesung hoffen konnte. Nachdem wir also vermögeder Gestalt und Lage des Eylandes von der Richtigkeit unserer Ent-deckung überzeugt waren, so näherten wir uns diesen Tag so viel, daßwir bis gegen Anbruch der Nacht das Nordend bereits umsegelt hatten.Hier musten wir die Nacht hindurch beylegen; den die häufigen scharfenKlippen, die öfters durch viele Meilen von diesen Eylanden unter derSee fortlaufen, machen es zu gefährlich, daß man es sicher wagen könnte,im Dunckeln ihnen zu nahe zu kommen. Den nächstfolgenden Tag fuh-ren wir ganz längst dem östlichen Ufer dieser Insel, und kämmen end-lich bis gegen Abend in das Gesicht von in einer Entfer-

nung von ungefehr io Meilen unseres bestimmten Hafens, wo wiraus der eben erwähnten Nothwendigkeit unsere Segel wieder lns denandern Tag eingezogen hielten. So geschwind und vergnügt uiir dergestrige Tag unter den schmeichelndestcn Vorstellungen von so vielen Er-

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