Ma» kömt auf diesem Wege eine herrschaftliche Ziegelhütte vor-bey, in deren Lehmgruben ich eine grosse Mergellage entdekte, welchezur Verbesserung des erftgedachten Steinfeldcs mit größtem Nuzen an-gewcndt werden könnte; und ich freue mich, den Bewohnern dieser Ge-gend, diese Entdeckung hicmit bekannt machen zu können. Es wird nurvon ihnen abhängen, davon eben so viele Vortheile zu ziehen, als dieOberöstcrreicher von ihren Mergel zu ziehen wissen.
Die gedachte Ziegelhütte hat 2 Oefen mit z Schürlöchern.Jeder Ofen ist oben offen; und es können 25000 Stücke Ziegel auf einmalin denselben eingesezt werden. Vom Anfang des Brandes bis zum Aus-brechen verlauffcn n Tage. Man brennt nur in den Sommermonden,und verkauft das tausend Ziegel um 5 Gulden zo Kreuzer. Sie werdenaus dem oben erwähnten röthlichen Thon gemacht, der auf einer Sand-lage aufliegt, unter welcher sich die gedachte Mergellage zeigt.
Als ich in Fridau ankam, so war der Direktor der Manu-faktur, Hr. Renke, sogleich so gütig, mir alle Anstalten zeigen zu lassen.
Fridau ist ein herrschaftliches Gut, mit einem schönen Schlosse,das dem Hr. Baron v. Grechrler gehört, dessen Gebäude gröstentheilSzu den Manufakturarbeiten gewidmet sind. Der erste Grund zu dieserManufaktur wurde den 20«» Februar 176z. gelegt, und den 5"» Sep-tember des nämlichen Jahres wurden schon die ersten Stücke Kattungedrukt. Die ganze Anstalt besteht in folgenden Gebäuden: i) daSWohnhaus der Beamten, 2) die Färberey, z)Stampfmühle, 4) Drucke-rey, 5) Beschauerey, 6) Mahlerey, 7) Kalanderey, 8) Gläterey, 9)Presse, und io die Krappmühle. Die Druckerey war ehedem ein hüb-sches Gartenhaus, und die ehemalgen schönen Gärten sind zu Bleichenumgewandelt worden; eine Veränderung, deren gegenwärtigen Nuzendas kleine Vergnügen, das diese gewährten, bey weitem überwiegt.
Es wird hier keine andre, als makedonische Baumwolle verar-beitet , die zum Spinnen und Weben in einem Umkreise von z bis 5Meilen, unter eine Anzahl von beynahe zoooo Menschen, vertheilt wird.
HZ 3»