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Physikalische Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien. [Zweyter Jahrgang.]
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In St. Pötten z. B- wird diel für diese Manufaktur gesponnen undgewebt. Diese Spinnerey und Weberey wird von 4 Faktoren besorgt,deren jeder von einem gewebten Stücke z Kreuzer erhält.

Das Gespinnste wird pfundweise nach der Qualität bezalt.Man rechnet hier 700 Fäden auf einen Schneller, und io bis 16 Schnel-ler wiegen ein Wienerpfund; woraus man sich von der Feinheit desGarns einen ungefehren Begrif machen kann.

Was die Manipulation in der Manufaktur selbst betrifft, sowär es überflüssig, sich alhier auf die Beschreibung der gewöhnlichenHandgriffe einzulassen, indem sie bey jeder dergleichen Manufaktur dienämlichen, und ohnehin bekannt genug sind. Was ich erwähnen werde,betrifft also gröstentheils nur ihren politischen Zustand, ohne ihre Ge-heimnisse, wenn ich sie auch wüste, zu verrathen.

Alle Stücke Kattun werden im Thau gebleicht, und bleiben 7bis 8 Wochen auf der Bleiche, die in die Weiß - und Rothbleiche abge-theit ist. Von der Weißbleiche kommen sie ein paarmal in die Stam-pfe und in den Aefcherkessel, in welchem man eine Lauge von Buchen-aschen gebraucht.

Von da kommen sie in die Färberey, alwo sich z kupferneFärbekessel befinden, deren jeder 80 Eymer hält. Die eigentliche Mi-schung der Farben hält man hier so, wie bey jeder Manufaktur geheim,daher lies man mir auch das diesfällige Laboratorium nicht sehen. In-dessen gestand man mir doch, daß man von ausländischen Farbenmate-rialen Gummi, krap, und französischen Grünspan gebrauche, dieübrigen aber bestanden aus inländischen Stoffen. An Krap allein wer-den jährl. bey 400 Zentner verbraucht, der aus Holland und dem El-säffischen im Ganzen verschrieben, und bey -er Manufaktur selbst kleingemahlen wird. Man verfiichte auch den in der Nachbarschaft näml.um Krems bauenden inländischen krap; man fand ihn zwar gut, aberim Verhältniß des noch bessern ausländischen zu theuer, indem für den

Zent-