Band 
Physikalische Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien. [Zweyter Jahrgang.]
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-ern selbst die Bauern riehen gute und oft auch sehr schöne Pferde.Daher werden jährlich einige Pferdmärkte gehalten, besonders zu St.Johann, die stark besucht, und auf welchen viele Pferde an Fremdeverkauft werden. Die Ursache dieser guten Pferdezucht ist, daß manvor vielen Jahren gute englische, neapolitanische und hollsteinische Be-scheller auschafte, und damit alle Statten der Bauern belegen ließ,und nicht erlaubte, daß die Bauern eigne schlechte Bescheller haltendurften. Daraus folgte, daß nicht nur allein in dem erzbischöflichenMarstalle die schönsten inländischen Pferde zu sehen sind; sondern auch,daß diese Anstalt, die izt noch manchmal beobachtet wird, dem Landeeinen beträchtlichen Handelszweig verschafte. Inzwischen sind die salzb.Pferde -och etwas schwer, und also zum Reiten oder zum Lausten nichtbesonders wohl zu gebrauchen. Sie geben aber meist schöne Wagen-pferde ab.

Die Schafzucht ist hier von keiner Bedeutung; jeder Bauerhält zwar einige Schafe, die Wolle fält aber grob und spröde. Be-sonders ist es, daß man hier eine ungleich grössere Menge schwarzerSchafe sieht, als in andern Ländern; daher kömmt es auch, daß manaus ihrer Wolle sehr viele schwarze ungefärbte grobe Tücher, die manLoden nennt, macht.

Ziegen werden viele gehalten, ungeachtet derselben Anzahl inAbsicht der Waldkultur durch Geseze eingeschränkt ist.

Die Schweinzucht ist, ungeachtet es hier keine Eichelmastgiebt, beträchtlich; und die salzburg. Bauern verlegen sich sehr auf dieKunst, die Schweine, Pferde, Stierere, wohl zu kastriren.

Hingegegen ist die Zucht des Geflügelviehes desto unansehnli-cher und ein Kapaun ist in dielen Gegenden dieses Landes ein seltnes Ge-richt ; daher auch die Eyer ziemlich theuer sind.

Die Bienenzucht hat ebenfalls nicht viel zu bedeuten, und denSeidenbau kennt man gar nicht.

So