Band 
Physikalische Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien. [Zweyter Jahrgang.]
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Go viel es aber den Ackerbau überhaupt betrift, so kam man,wie ich schon ernmert habe, behaupten, daß er gut betrieben werde;aber dem oberösterreichischen Landbau kömmt er doch nicht bey. Bethenmacht man im Salzburgischen, auch in ebenen Gegenden, nur seltenoder gar nicht; auch wird im ganzen Lande noch kein Mangel zur Ver-besserung des Bodens angewendet. Doch werden die Aecker insgemeinsehr gut gedüngt, welches bey dem zahlreichen Viehstande nicht schwerwird. Ueberhaupt ist der Landmann hier sehr bedacht, es seinen Fel-dern an dieser Würze nicht fehlen zu lassen; daher wie ich schon erwähnthabe, in vielen Gegenden ausser des Stalldunges auch noch Strassen-koch, Teichfchlam, Torferde rc. auf die Aecker geführt wird.

Die Ausgebigkeit der Getreidsorten ist ansehnlich, und kömmtder in Obersteyer gleich; nämlich der Weizen giebt insgemein fünf bissechs; der Roggen drey bis fünf; der Haber sechs bis sieben, und dieGerste sechs bis zwölffachen Saamen.

Der Winterroggen wird gemeiniglich in der ersten Hälfte desOktobers gesät, und gegen Ende July geerndet. Fast im ganzen Landewird die Quatemberwoche für die beste Saatzeit gehalten. Mit demWinterweizen, der in einigen Gegenden ziemlich gemein ist, hat es dienämliche Beschaffenheit; eben so auch mit der Wintergerste. DasSommergetreide aber wird gemeiniglich gegen Ende des Aprils gesäet,und im August geerndet.

Was die hiesige Landwirthschaft noch ausserdem empfiehlt, ist,daß im ganzen Lande keine Brachen angetroffen werden. Es giebt zwarBrachen, dann jeder Bauer wechselt hier eben so mit seinen Feldern,wie anderwärts; aber diese Brachen werden in dem Jahre, als sie nichtbesäet werden, als Wiesen benüzt, und das Gras wächst gemeiniglich,so, wie in Obersteyer so schön, und oft mit so viel natürlichen Klee ge-mischt , als wenn man Grassaamen ausgesäet hätte. Die Ursache hie-von ist keine andre, als weil die Aecker sehr gut gedüngt werden.