Band 
Physikalische Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien. [Zweyter Jahrgang.]
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Das sogenannte Gereuterbrennen ist hier ebenfalls stark imGebrauche, wobey die Verbrennung des Gesträuches und die Einarbei-tung der Asche, welches statt des Pfluges mit einer Haue geschieht, undworauf der Saamen ohne weiterm gesäet wird, die die ganze Arbeit ist.

Ungeachtet wenig Klee gesäet wird, so sieht man doch allenthal-ben die schönsten Wiesen, welches theils in der erstangeführten Ursache,theils aber auch darinn seinen Grund hat, daß sie da, wo es nur immerangeht, fieiffig gewässert werden.

Der Garten - und Obstbau hingegen ist, wie ich schon erinnerthabe, von keiner Bedeutung. Doch versteht sich dies nur vom Landeüberhaupt. Denn in den schönen Gärten um Salzburg werden unge-achtet des kalten Klimus alle erdenkliche Früchte und Gewächse gezogen.

Desto ansehnlicher aber sind die Jagden und Fischereyen. Dievorzüglichsten Gegenstände der erstem sind: die Ärschen, Gemsen, Ha-sen, das Federwild und vor dem auch die Gteinböke; von diesen lez-tern ist aber keiner mehr zu sehen, indem sie von einigen Jahren, ver-muthlich durch eine Seuche, alle zu Grunde giengen; denn die Jägerfinden in den hohen Gebirgen an der salzburgischen Gränze, wo sie zuwechseln pflegten, noch immer eine Menge Gerippe dieser Thiere, aberkein einziges lebendiges Stück mehr.

Die Gemsen aber finden sich noch in ziemlicher Anzahl, beson-ders auf den Gebirgen bey Salfelden, wo man zuweilen einige hundertbeysammen sieht.

Die Hirschen und Rehe werden alle auf der pürsche geschossen;denn Parforcejagden können keine gehalten werden. Sie sind noch ziem-lich häuffig und werden besonders gros und fett. Merkwürdig ist, daßes ehedem auch zuweilen weisse Hirschen gab; wie denn im Jahre 169zein solcher weisser Hirsch und im Jahr 1710 ein weisses Wildstük geschos-sen wurde, deren Protraite in dem erzbischöflichen Lustschtoffe Lckesheimaufbehalten werden.

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